L e b e n s l a u f

Alfred Nigel Bruckner

Zusammenfassung von 71 Lebensjahren

Geboren bin ich als Österreicher am 27. Juni 1946 in Altenfelden im Oberen Mühlviertel in Oberösterreich.

 

Also, ich wuchs eigentlich mit meiner Großmutter in einem Haus im Ortskern von Altenfelden auf, die mich sehr mochte und deren Liebling ich war. Meine Mutter war ledig und musste in Aigen – einige Kilometer entfernt – den Lebensunterhalt verdienen, denn meine Oma erhielt nur eine kleine Witwenpension.

So ab drei Jahren setzte erst mein Erinnerungsvermögen ein.

Und das war die Zeit, als meine Mutter am 6. Juni 1949 heiratete …. und wenig später mein Bruder Franz zur Welt kam. Und ich durfte – zeitweise – bei der Hochzeitsfeier in der Nähe „Zaungast“ sein.

Mit dem Baby Franz konnte ich nicht viel anfangen – schon gar nicht spielen … und so „beschäftigte“ ich mich weiter mit mir allein und war sehr gerne auf dem benachbarten Bauernhof – einem herrlichen „Abenteuerspielplatz“!

Eineinhalb Jahre später wurde mein Bruder Christian geboren und ich hatte damit – im Lauf der Zeit – noch einen weiteren „Spielkameraden“ hinzu bekommen.

Kindergarten gab es damals in den End-Vierzigern und Anfang-Fünfzigern auf dem Land noch nicht und so war ich dann ab 1952 in der Volksschule in Altenfelden. Wir hatten eine Lehrerin, die ihr erstes Berufsjahr hatte und ich mochte sie sehr gerne, was auf Gegenseitigkeit beruhte.

Und dann wurde ich von meinen Klassenkameraden oft „Russki“ genannt. Warum? Ich hatte keine Erklärung dafür.

Weiters fiel mir auf, dass ich ja – nach meiner Mutter – Nigel geheissen hatte und nicht Bruckner wie meine Brüder und auch Mama nach der Heirat.

Der „Russki“ war nicht gerade in die verschiedenen Gruppen seiner Klassenkameraden eingebunden worden – sehr viele Kinder waren von Bauern im Ort oder Geschäftsleuten und Handwerkern. Heutzutage nennt man das - in Neudeutsch - Mobbing.

Das machte mir aber gar nichts aus, denn ich hatte ja den Bauernhof und einen weiteren „Abenteuerspielplatz“ im benachbarten Wald mit einem Bach, in dem es Fische gab und man herrlich Staumauern bauen konnte. So nach und nach waren auch meine Brüder mit mir.

Schon als Kind war ich sehr neugierig und immer daran interessiert Fragen beantwortet zu erhalten. Und ich wollte wissen, was es mit dem „Russki“ auf sich hatte.

 

"Anders als die anderen" .....


Nun meine Mutter tat sich – verständlich – anfangs schwer, mir den Hintergrund zu erzählen:

Es war nach Ende des Zweiten Weltkriegs und das Mühlviertel in Oberösterreich nördlich der Donau war sowjetisch besetzt gewesen. Altenfelden war ein Straßenknotenpunkt, an dem des öfteren ein Sowjetpanzer stand, wo ich gerne vorbei schaute, denn ich durfte dann auf den Panzer. WOW!

Was ich später so über die „Russen“ erfahren hatte und wie sie sich da oder dort „aufgeführt“ hatten, war bei uns im Ort nicht der Fall.

Also, in unserem Haus – so erfuhr ich nach und nach aus den Erzählungen meiner Mutter – war ein Offizier „einquartiert“, der – wie mir später bekannt wurde – mit dem Ortspfarrer im benachbarten Pfarrhof ein überaus „schlechtes“ Verhältnis hatte.

Und da musste es wohl eines Tages „passiert“ sein. Jedenfalls kam ich am 27. Juni 1946 zur Welt.

Das hatte jedoch mein eigentlicher Vater – der „Russki“ – nicht mehr erfahren, denn die Truppen wurden sehr oft und überraschend in andere Standorte verlegt.

 

Das war's also: ich war der Sohn von Vasily Andreyvich Makarov aus Samara an der Wolga in Süd-Russland …. und irgendwie war ich sogar stolz darauf, denn ich war „anders als die anderen“.

Ich hatte später immer ein Bild von meinem Vater bei mir, das mir Mama gab.

Damit war die erste Frage nach dem „Russki“ beantwortet. War noch mein Familienname Nigel. Das war logisch, denn ich hatte ja den Namen nach meiner – zur Zeit meiner Geburt – noch ledigen Mutter. So gab mir 1954 mein Stiefvater seinen Namen Bruckner.

Nun, in der Schule lief es für mich „glatt“ und ich erhielt immer gute Noten. Nur wenn mal etwas kaputt war, dann war's „der Bruckner“ … oder – in der vierten Klasse – ein „fehlender“ Schlüsselbund meiner Klassenlehrerin, die mich nicht mochte. Also mussten wir alle nach dem Unterricht in der Klasse verbleiben und es hat an die zwei Stunden gedauert, nicht herauszufinden, wo der Schlüsselbund abgeblieben sein konnte. Alle redeten auf mich ein, ich solle doch endlich „gestehen“ … und so wurde mir die Sache zu blöd und ich „gab zu“, den Schlüsselbund in den Feuerwehrlöschteich geworfen zu haben. Damit konnten wir nach Hause gehen.

Der Schlüsselbund hatte sich Tage danach wie von Geisterhand  wiedereingefunden .... in der Schule, aber nicht im Wasser. Na ja!

Und dann begann – in der vierten Klasse, als es um einen Schulübertritt ins Gymnasion ging – eine Weichenstellung, die mein späteres Leben in eine total andere Richtung lenkte:

Ich wurde in St. Florian bei Linz den dortigen „Sängerknaben“ vorgestellt, wo ich aufgenommen werden hätte können, wenn da nicht … mein Zeugnis gewesen wäre. So hatte ich in „Betragen“ eine Vier, in „Fleiß“ eine Drei, in „Religion“ wieder eine Vier – der Pfarrer mochte mich nicht – und sonst lauter Einser.

Mit diesem Zeugnis – meinte meine Mutter – könne ich nicht mehr nach St. Florian … und mit Gymnasium war's natürlich nichts, denn ein solches wäre im elf Kilometer entfernten Rohrbach gewesen und das war – für meine Mutter und auch mein Vater gehörte nicht gerade zu den „Gutverdienern“ – finanziell nicht zu tragen. Es waren ja auch noch meine beiden Brüder da.

So ging ich in die Hauptschule ins benachbarte Neufelden. Es lief – schulisch – ganz gut, doch war ich oft mit mir allein und genoss die „Freizeit“, in der ich stets „Unterhaltung“ für mich fand.

Nun, ich „verliess“ – so mit elf Jahren – die Enge meiner Heimat schon das eine oder andere Mal … und war dann „unterwegs“ statt in der Schule.

Die weiteste Reise unternahm ich, als ich meinen Brieffreund Manfred in Solbad Hall bei Innsbruck besuchen wollte und so – ohne Fahrkarte – im Nachtschnellzug nach Innsbruck fuhr. Ich fiel nicht auf, denn ich war in einem Waggon mit lauter Soldaten.

Manfred und seine Familie waren nicht zu Hause sondern auf Reisen … und so wollte ich weiter nach Bad Gastein, wo 1958 die Weltmeisterschaften im Alpin Ski stattfanden.

Ich kam nicht ganz bis dahin, denn vorher wurde ich von einem Schaffner im Zug – natürlich ohne Fahrkarte – erwischt und in Salzburg der Polizei übergeben, die das weitere veranlasste, mich wieder nach Altenfelden zu bringen.

Lange hielt ich es nicht aus … und ich hörte und las über Hamburg und den dortigen Hafen, in dem Schiffe aus aller Welt anlegten. Dorthin wollte ich! Vielleicht könnte ich ja angeheuert werden. Dachte ich.

Also fuhr ich – ohne Reisepass oder Personalausweis – eines Abends nach Julbach in Richtung Bayern und an der Endhaltestelle war's das dann – vorläufig, denn der Bus blieb bis zum Morgen dort stehen, bevor es wieder nach Linz ging.

Um es abzukürzen: Im Ortsgasthof kriegte ich natürlich kein Zimmer … aber dafür „Besuch“ von einem Gendarmen. Und damit war meine „Reise“ und der Traum per Schiff die weite Welt zu entdecken zu Ende.

Nun, meine „Reiselust“ fand die Schule gar nicht lustig …. und noch weniger das Jugendamt.

Und so wurde 1958 verfügt, dass ich in ein geschlossenes Internat in Gleink bei Steyr kommen sollte, um dort bis zum Ende der Pflichtschulzeit zu bleiben.

Also, man hat in letzter Zeit viel aus solchen und ähnlichen Einrichtungen gehört und dass es dort zu „Übergriffen“ gegen die Zöglinge gekommen sei. Auch sexueller Art. Das war in Gleink absolut nicht der Fall … zumindest habe ich – während meiner Zeit – nichts davon bemerkt.

Ich kam gut über die Runden, erhielt oft an Sonntagen Besuch und durfte in den Ferien sogar nach Hause nach Altenfelden.

Mit dem Schuldirektor hatte ich ein sehr gutes Verhältnis und er empfahl mir, doch weiter die Handelsschule in Linz zu besuchen und eine Berufsausbildung im „Kaufmännischen“ zu absolvieren.

Nun, das tat ich als ich 1960 „entlassen“ wurde.

Und von da an ist mein Leben völlig anders verlaufen, als wenn ich bei den „Sängerknaben“ in St. Florian hätte meine Ausbildung machen dürfen.

Aber so ist das Leben nun einmal und aus mir ist doch noch „was ganz Brauchbares“ geworden.
 

Die Schule besuchte ich also in Altenfelden, Neufelden und in Steyr. Dann schlossen sich Handelsschule in Linz und eine kaufmännische Lehre an.

 

Von 1965 bis 1966 war ich zunächst als Kanzlist bei der Österreichischen Bundesbahn in Linz, später bei der Streckenleitung in Selzthal in der Steiermark.

 

1966 erfolgte mein Umzug nach München. Ich war bei der Deutschen Bundesbahn auf dem Bahnhof in München-Laim beschäftigt und heiratete am 31. Dezember 1966 Monika. Und ich übersiedelte zu ihr nach Landshut. Wir wurden 1968 geschieden – ich war nicht der Vater des Baby Angelina, das am 16. März 1967 geboren wurde. Und wir wohnten bei der Schwiegermutter, die sehr dominant war!

 

1967 war ich also wieder bei den Österreichischen Bundesbahnen, und zwar im Ermittlungsdienst in Salzburg.

 

Auch 1967, kam ich – freiwillig – als Soldat zur Luftwaffe im Österreichischen Bundesheer und war dann bis 1971 in verschiedenen Standorten im Einsatz – ab 1969 am Fliegerhorst Hörsching, wo ich zivile Fluglizenzen erwarb.

 

1971 übersiedelte ich wieder nach München und war ich eine kurze Zeit bei der Flugsicherungsschule in München, bevor ich im August 1972 zu Lufthansa in die Verkehrsleitung am Münchner Airport wechselte.

 

In dieser Zeit lernte ich Rosmarie kennen – eine Witwe (ihr Gatte verunglückte tödlich am Flughafen in München) mit zwei reizenden Töchtern, Petra und Monika, im Alter von vier bzw. drei Jahren …. und ich wurde dann ihr „Papa“. Wir wohnten ab 1973 in Haar bei München.

 

Nebenbei war ich eine Weile bei American Express in der „Kartenorganisation“ und betreute Vertragsunternehmen in Garmisch-Partenkirchen, Mittenwald und Oberammergau.

 

Und ich konnte mich – auch nebenbei – fliegerisch in der Zivilluftfahrt betätigen und hatte in Haar einen kleinen „Reise-Service“ und betrieb mit einem Fahrzeug ein Taxi- und Mietwagen-Unternehmen.

 

Von 1984 bis 1986 schickte man mich – wegen eines Rückenproblems nach Operationen und zahlreichen Reha-Maßnahmen – in Zeitrente und so war ich in dieser Zeit gerne zeitweise im amerikanischen „Rentnerparadies“ Florida.

 

1986 kehrte ich wieder an meinen Arbeitsplatz bei Lufthansa zurück.

 

Rosmarie und ich trennten uns einvernehmlich und ich zog nach Glonn im Landkreis Ebersberg. Die sehr hübsche Wohnung lag direkt am Waldrand und war nur 30 Kilometer vom Airport entfernt.

Wie's dann so kam, lernte ich 1987 in Orion / Bataan – in den Philippines – Catalina kennen und wir heirateten am 23. Juni desselben Jahres in Quezon City. Meine Gattin kam mit mir nach Glonn und lernte sehr schnell Deutsch.

 

Bereits nach zwei Jahren erhielt sie die österreichische Staatsbürgerschaft verliehen. Das war exzellent, denn so konnte sie sehr einfach Visa für USA erhalten, was bei Filipinas sonst sehr schwierig ist. Und so konnte sie bei einer großen amerikanischen Luftverkehrsgesellschaft eine Beschäftigung auf dem Münchner Airport annehmen. 1992 übersiedelten wir nach Landshut - näher beim neuen Münchner Flughafen.

 

Dann kam das Jahr 1993, in dem Lufthansa ein „Frühverrentungsmodell“ anbot, das ich gerne aufgegriffen habe und so traf ich Vorbereitungen zu einer Übersiedlung in Catalinas Heimat. Und ich erhielt in den Philippines den Status „Immigrant“.

 

Ina jedoch zog es vor, in München bleiben zu wollen, denn ihre beruflichen Aussichten waren dort allemal besser als in den Philippines. Und so begannen wir – eine in den Philippines sehr oft praktizierte – „Long Distance Relationship“.

 

Nun, ich konnte in Badian Island in einem sehr exklusiven Beach Resort und Hotel, wo wir oft unsere Ferien verbrachten und als "Flitterwöchner" sogar eine Palme pflanzen, eine Beschäftigung finden und war darüber sehr froh.

 

In dieser Zeit traf ich XXX(INCOGNITO) und ihren zweijährigen Sohn, die auf der Suche einer „beruflichen Verwirklichung“ war. Und sie wollte Cebu verlassen.

 

Das traf sich gut, denn so beschlossen wir nach Negros zu übersiedeln und in La Carlota City in Negros Occidental einen kleinen Transportbetrieb mit zwei L300 zu gründen:

 

LC T&T – La Carlota Tours & Travel

 

mit – erstmals als solche vergeben – Lizenz als „Tourist Transport from Negros zu any point in the Philippines“.

 

Nun, ich habe bisher nicht viel über sie geschrieben oder gesagt, dass XXX(INCOGNITO) – beispielsweise – den Verkaufserlös für unseren ersten der beiden L300, als wir unseren Betrieb zu "reduzieren" begannen, weil das Business doch nicht im erwarteten Umfang "gut gelaufen" war .... Also, Cristi hatte das Geld irgendwohin „transferiert“ – nur nicht auf unser Geschäftskonto bei der PNB La Carlota City.

 

Nebenbei bemerkt, denn es werden so manche "Gschichten" erzählt, die (etwas) sehr an der Wahrheit vorbei gehen: ich allein kaufte beide L300 in 1994 für zusammen 1,1 Millionen Philippinische Pesos, aber ich war in der Lage, später den Verkaufserlös für den zweiten L300 zu "retten".

 

Entsprechend philippinischem Recht konnte ich das "Business" als "Ausländer", wenngleich Immigrant, nicht in meinem eigenen Namen führen. Ich investierte (wobei Investment sich eher als In"waste"ment erwies)  und schuf so die finanzielle Grundlage, meine Partnerin gab ihren Namen.

 

Dennoch haben wir – weil ich nicht „nachtragend“ bin und weitere „Recherchen“ ohnehin nichts gebracht hätten - unsere „private“ Beziehung fortgesetzt, bis XXX(INCOGNITO) sich 1998 ohne Info nach Deutschland "verabschiedete".

 

Fußnote: 2015 lud ich XXX(INCOGNITO) dazu ein, im Bacolod City Host Lions Club Mitglied zu werden.

 

Und ausserdem wollte ich - mit Hilfe meines Freundes und Anwalts Constancio Legaspi, der mich zum Bacolod City Host Lions Club eingeladen hatte - XXX(INCOGNITO)'s Sohn adoptieren, um ihn in der "International School" in Cebu anmelden zu können. Es kam aber nicht mehr dazu. Na ja!

 

Nun, so ist das Leben nun einmal und „Korrekturen“ sind nachträglich nicht mehr möglich. Man muss es nehmen, wie es ist! Schicksal ….

 

Weil also die Geschäfte nicht in dem erwarteten Ausmaß „gut“ liefen, stellten wir den Betrieb 1995 ein und ich konnte mich – als erster in Western Visayas beim DoT (Department of Tourism) akkreditierten „Tourist Guide“ – in der Touristik betätigen.

 

1996 erhielt ich in Bacolod City die Nummer 1 bei der Anmeldung der Betriebe, Selbständige und Geschäfte.

 

Damit kam ich auch zu Visayan Medien in Bacolod und Cebu, schrieb und recherchierte „Hintergrund zur Schlagzeile“ für Regionalzeitungen und AM-Radiostationen – unter meiner „Marke“

 

A B N C – NEWS & COMMENTARIES

 

und hatte ein Radioprogramm in Bacolod: „Follow Me – the Travel & Tourism Magazine on Air“. Und ein anderes in Cebu: „Classics & More“ – Classical Music and Stories about „My Country & Its People“.

 

1995 lud mich mein Freund und Stadtrat in Bacolod, Atty Constancio Lagaspi, ein, im renommierten

 

Bacolod City Host Lions Club

 

Mitglied zu werden und war gerne dabei, wenn es darum ging, Projekte des Clubs zu organisieren oder zu unterstützen.

 

Am 21. Dezember 1995 war Catalina „erfolgreich“, indem die von ihr beantragte Scheidung in München dort problemlos „erledigt“ wurde, nachdem wir mehr als ein Jahr „getrennt“ lebten. Na ja!

 

1996 übersiedelte ich von Bacolod nach Cebu.

 

Cebu und die Cebuanos lernte ich am besten kennen, als ich in Metro Cebu Taxi gefahren bin - übrigens das erste mit Telefon an Board. So konnte ich Vorbestellungen entgegennehmen. Und ich konnte meine Erfahrungen an das "Traffic Management" in Cebu City weitergeben.

 

Cristy, die inzwischen quasi meine „Lebensgefährtin“ war, wollte immer nach Deutschland – ich zu ihrem Leidwesen nicht. Und so nahm sie 1998 die Gelegenheit wahr, sich von einem Deutschen heiraten zu lassen und zog mit ihm in die Nähe von Hamburg.

 

Das war in der Zeit, als ich – wie schon ein Jahr zuvor – in München war, um im Sommer bei Freunden in einem Personal-Leasing-Unternehmen zu arbeiten.

 

Gerne nahm ich auch in den nächsten Jahren die Gelegenheit wahr, in München ein wenig „Taschengeld“ zu verdienen und im Jahr darauf die bezahlte Lohnsteuer wieder rückerstattet zu erhalten.

 

In der bayerischen Landeshauptstadt war ich – mit großer Freude – für verschiedene Unternehmen tätig – unter anderem im MVV (Münchner Verkehrs- und Tarifverbund) sowie bei einem „Security“-Betrieb. Und so hatte ich auch auf dem Münchener Airport in der „Sicherheit“ zu tun.

 

In einem anderen Unternehmen war ich als „Security“ im Olympiastadion bei Fußballspielen im Einsatz bzw. in Museen und im Bayerischen Nationaltheater sowie bei Konzertveranstaltungen.

 

Von 2002 bis 2003 war ich im Team der „Ehrenamtlichen Mitarbeiter“ im Deutschen Museum und hatte die phantastische Gelegenheit, die Sonderausstellung „Klima – das Experiment mit dem Planeten Erde“ zu betreuen und war dabei in etwa 500 Führungen in der Lage, Besuchern – auch aus eigener Erfahrung in den Tropen – über die Auswirkungen der „globalen Erwärmung“ erzählen zu können. Es war hoch interessant. Nur schade, dass diese Ausstellung nicht auf „Wanderschaft“ in andere Städte und Regionen gehen konnte.

 

2006 wurde ich dann im Alter von 60 Jahren Pensionist.

 

Das „Pendeln“ zwischen Visayas und Baern stellte ich weitgehend ein und war meist in München, denn ich kam in das Bayerische Nationalmuseum, wo ich „bedarfsweise“ beschäftigt war und – im Lauf der Zeit wurde ich Mitglied – dann Schulklassen „Auf dem Drachenpfad“ durch das Haus führte …. kostenlos als Cooperation zwischen Bacolod City Host Lions Club und Nationalmuseum.

 

2013 fand in Hamburg die 96th Lions Clubs International Convention statt. Zu der ich sehr gerne eine Delegation aus dem Bacolod City Host Lions Club Willkommen heissen konnte.

 

Meine Fellow Lions luden mich ein, doch wieder „nach Hause“ in Bacolod zu kommen, was ich denn auch tat. Dabei wurde ich dann

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Melvin Jones Fellow

Lions Clubs International Foundation

 

Also solcher unterstützte ich eines der Projekte des Bacolod City Host Lions Club, nämlich das Waisenhaus „Holy Infant Nursery“.

So sammelte ich – auch oder insbesondere in München – Sachspenden für die Kinder. Und ließ bei jeder Gelegenheit „die Sau 'raus“ und sammelte Geld, um – unter anderem – eine Bücherei für die Kinder einrichten zu können und Spielgelegenheiten zu schaffen. Wir haben die Waisen nur in einem Alter bis zu sechs Jahren. Danach wechseln sie zu anderen Einrichtungen, soweit sie nicht adoptiert wurden oder zu Pflegefamilien kamen.

 

In dieser Zeit lernte ich auch Lion Betty kennen – eine pensionierte Lehrerin mit sechs erwachsenen Töchtern, die teils selbst Familien und Kinder hatten. Sie war noch verheiratet, lebte aber von ihrem Gatten getrennt.

 

Dieser verstarb später und so hatte Betty kein „Hindernis“ mehr, nochmals zu heiraten.

 

Im Gegensatz dazu jedoch ich, denn nachdem es in den Philippines keine Scheidung gibt", war ich nach philippinischer Rechtslage weiterhin mit Catalina "verheiratet" .... wenn auch nur "auf dem Papier". Aber immerhin!

 

Nun, Betty und ich haben uns am 18. Mai 2014 dennoch verlobt – in der Absicht zu heiraten, sollte es eines Tages möglich sein, doch noch einen Weg zu finden, um eine neue Ehe eingehen zu können.

 

So war guter Rat – im wahrsten Sinne des Wortes – „teuer“.

 

Caesar Distrito, mein Freund und President des Bacolod City Host Lions Club, eröffnete 2015 ein Verfahren vor den Gericht in Bacolod, um die Münchner Scheidung in den Philippines quasi „anzuerkennen“ zu lassen und damit als „aufgelöst“ betrachten zu können. Eine Wiederverheiratung wäre danach möglich geworden.

 

Nach Investment von an die 5,000 Euro (etwa eine Viertel Million Philippinischer Pesos) an „Honorar“, Gebühren und Übersetzungen von Dokumenten etc. hat das Gericht schließlich am 29. Dezember 2016 verkündet, dass es „nichts entscheiden“ könne, denn man sehe sich nicht dazu in der Lage, eine im Ausland zwischen Ausländern durchgeführte Scheidung in den Philippines anzuerkennen. Nun, die Filipina Ina war schon 1989 Österreicherin geworden und ich ich war ja auch von Geburt an Österreicher.

 

Das war's!

 

Betty und ich fühlten uns dennoch wie „Husband and Wife“ und so führten wir eine „Long Distance Relationship“ mit zahlreichen Besuche von mir in Bacolod 2014, 2015 und 2016 …. bis ich mich dazu entschloss, endgültig in Betty's Haus zu übersiedeln.

Dies war am 8. Dezember 2016 der Fall, als ich die Münchner Wohnung in Schwabing aufgab und zu Betty zog. Allerdings musste ich sehr vieles in München zurück lassen – insbesondere Winterbekleidung und sonst etliches aus dem Haushalt, das ich nicht transportieren oder in "Balik Bayan Boxes" zum Versand bringen konnte. Ein Faltrad ist dennoch nicht in Bacolod angekommen. Na ja!

 

Doch war so manches nicht mehr wie in der Zeit der „Long Distance Relationship“ (Fernbeziehung). Ein dauerndes Zusammen-Wohnen ist halt etwas anderes!

 

Nun, wir stellen fest, dass Betty und ich in etlichen Dingen nicht harmonierten und verschiedene Ansichten hatten, was in einem gemeinsamen Eheleben "etwas" anders ist. 

 

Nun habe ich gelernt, dass – nach (mancher) philippinischer Meinung die Frau für das Haus und den Haushalt „zuständig“ sei, während der Mann das Finanzielle „erledigt“.

 

Und ich wurde an einen anderen Spruch erinnert, den ich schon früher hörte, nämlich dass es, wenn ich mich nicht vollständig „Pilipino Art and Culture“ anpassen wolle, für mich besser sei, wieder nach Austria zurückzukehren.

 

Es hätte – „auf Umwegen“ – möglich sein können, dass Betty und ich heiraten, wenn die zuständigen Behörden diesem zustimmten. Es fehlte nur noch ein „letztes“ Papier von der Österreichischen Botschaft in Manila, das ich zu besorgen gehabt hätte.

 

Und das erwartete Betty auch von mir, sodass sie mich drängte …. Doch das war mir – in Anbetracht der „Umstände“ – zu hastig, sodass ich mit dem philippinischen Wort antwortete: „Later“.

 

Daraufhin meinte Betty am 16. März 2017, dass wir dann wohl nicht mehr "Verlobte“ seien, was mich veranlasste, mir ein Ticket zu besorgen, um in meine Heimat Oberösterreich zu fliegen.

 

In Steyr fand ich am "Tabor" eine hübsche „Single“-Wohnung in ruhiger Lage – 242 Treppenstufen oberhalb der City, wobei ich mich wieder von sehr vielen Dingen „verabschieden“ musste, die in Bacolod zurück bleiben mussten.

 

An meinem Geburtstag 2017 beschloss ich, meinen "Lebenscomputer auf Neustart" zu setzen und mein Leben zu ändern ..... insbesondere im Hinblick auf die Situation, dass Betty und ich uns - eigentlich - getrennt hatten.

In der Zwischenzeit hatten wir beide reichlich Gelegenheit, über unser gemeinsames Leben nachzudenken und - in kurz - wir beschlossen, unsere "Long Distrance Relationship" wieder aufleben zu lassen  und weiter als "Husband and Wife" zu leben, wenn auch geographisch "getrennt".

" T a b o r " - im Bild rechts oben - in Steyr / Oberösterreich ..... 242 Treppenstufen hinunter in die City

"Schreiben ist Therapie" ...

Nun, etwa um 2003 wurde bei mir, als ich noch in München war, erstmals die Diagnose "Bipolar" genannt ... aber ohne "Auswirkungen" wie sie sonst unter dieser Diagnose beschrieben werden - im Gegenteil! Und so war eine "Therapie" im klassischen Sinn nicht für notwendig gehalten worden und eine "solche" bestand im Wesentlichen darin, dass ich Zyprexa verschrieben erhielt, das dann als Olanzapine weiter auf dem Markt war .... und ich holte mir alle paar Wochen mein Rezept ab, wobei auch ein wenig "geplaudert" wurde.


Erst jetzt - seit ich im letzten Jahr in den Philippines Olanzapin habe quasi "auslaufen" lassen und nun wieder Anzeichen erkennbar wurden, dass ich in "früheres Fahrwasser" zurück kommen könnte, hatte ich auch recherchiert, was denn unter "Bipolar" zu verstehen sei und habe - im Rückblick auf meinen Lebenweg in den 71 Jahren - die begründete Annahme, dass ich "Bipolar" schon in meiner Kindheit war ... allerdings weder "erkannt" noch behandelt.

 

Erfreulicherweise habe ich - nach einem Unfall an Fronleichnam 2017 - erstmals mit dem Landesrankenhaus Steyr "Kontakt" gehabt, als ich dort ein paar Tage stationär war. Bei dieser Gelegenheit ist auch eine andere, langjährige  Geschichte wieder akut geworden: meine Thrombozytose, mit der ich - zuvor jahrelang - im Klinikum Schwabing in München in Therapie war. Dies kann nun - Gott sei Dank - weiter fortgesetzt werden. Und im Zuge dessen wurde auch "Bipolar" angesprochen, sodass ich auch dabei den exzellenten "Service" der Psychiatrischen Ambulanz im Steyrer Krankenhaus erhalte. 

 

Bei der Crew im Steyrer Krankenhaus bedanke ich mich aufs Herzlichste und habe volles Vertrauen. Na ja! zudem zünde ich ein paar Kerzen für Santo Nino an, den Nationalheiligen in Visayas, den ich seit der Zeit, als ich nur einen Block von seiner Kathedrale entfernt wohnte, sehr verehre.

 

Und - insbesondere an meinem Geburtstag 2017 aber auch bereits früher - habe ich meinen "Lebenscomputer auf Neustart" gesetzt und lebe seither noch viel bewusster, nämlich lebe ich jeden Tag so, als ob es der letzte sein könnte. So "feiere" ich jeden Morgen "Geburtstag" - mit mir, aber am liebsten mit Freunden und Allen, die mich mögen (oder auch nicht)