Alfred Nigel Bruckner

 

 

Die ganze Geschichte

 

Hier wird in mehreren Kapiteln  mein Leben  erzählt

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2 ) Schule / Ausbildung ..... 1952 - 1964

 

1952  wurde ich in der Volksschule Altenfelden eingeschult. Wir hatten für die acht Jahrgangsstufen nur fünf Klassen, sodass mehrere zusammengelegt wurden. Kindergarten hatten wir damals am Land noch nicht.

Für meine Lehrerin in der ersten Klasse war dies nach ihrer Ausbildung der erste Einsatz im Berufsleben. Und ich war sofort in sie verliebt. Sie mochte mich auch und so war es ein Leichtes, immer gute Noten zu schreiben.

Dummerweise wurde ich bei einer routinemäßigen Zahnkontrolle in der Schule mit einem Namenskollegen verwechsel: auch Nigel, aber Herbert ..... und so wurden mir der Reihe nach etliche Milchzähle gerissen, die alle noch sehr gut im Gebiß waren. Na ja! Pech gehabt.

In der zweiten Klasse war der Schuldirektor Klassenlehrer und ich handelte mir schon mal die eine oder andere Ohrfeige ein, wenn ich mal zu vorlaut war oder etwas nicht wußte oder auf die - immer noch andauernden - Frotzeleien mancher Mitschüler mich "handgreiflich" zur Wehr setzte, wenn ich wieder einemal "Russki" genannt wurde, was ja stimmte, ich es aber "nervig" fand, immer diesen Blödeleien ausgesetzt zu sein.

Die Dritte Klasse ging sehr ruhig vorbei ..... ich hatte weiterhin gute Noten. Das mit dem "Russki" hörte auf, denn ich erhielt 1954 den Namen meines Stiefvaters Bruckner, dennn zuvor hieß ich Nigel - nach meiner Mutter, die mich 1946 "ledig" geboren hatte.

1956  war dann für mich - im Nachhinein betrachtet - das Schicksalsjahr, denn von da an hatte sich mein kompletter weiterer Lebensweg total verändert.

Was war geschehen?

Nun, ich als "Streber" bei meinen Mitschülern nicht so sehr gemocht und wurde für Vieles, was kaputt war, für "schuldig" gehalten. War mir eber egal, denn ich habe dies einfach weg gesteckt.

Doch einmal kam es zu einer "Aufregung", weil der Schlüsselbund meiner Klassenlehrerin, die mich im übrigen überhaupt nicht mochte, plötzlich verschwunden war. Über zwei Stunden mußten wir nachsitzen, denn der Schlüsselbund mußte her. Fand sich aber nicht. Nun, wer könnte denn wohl in Frage kommen? Natürlich der Bruckner und ich wurde bedrängt, doch endlich "zu gestehen" und den Schlüsselbund herbei bringen. Mir war die Geschichte einfach zu blöd, als dass ich darauf weiter reagiert hätte und "gestehen" wollte ich absolut nicht. Na ja! Nach zwei Stunden habe ich dann, um diesen Blödsinn endlich abzustellen, "zugegeben", dass ich den Schlüsselbund in den der Schule benachbarten Feuerwehr-Löschwasserteich geworfen hatte. Und darauf hin durften wir nach Hause gehen.

Kurze Zeit später fand sich - wie von Zauberhand herbei geschafft - der Schlüsselbund ..... natürlich nicht im Teich. Na ja! Entschuldigung? Braucht's bei einem Zehnjährigen wohl nicht.

Im Stift St. Florian bei Linz waren die berühmten "Florianer Sängerknaben" beheimatet ..... und mir sollte ermöglicht werden, dorthin zum Gymnasium zu gehen, denn ich hatte nicht nur eine gute Stimme, sondern auch gute Noten im Halbjahreszeugnis gehabt.

In Kürze:

Es wurde nichts daraus, denn mein Jahreszeugnis war miserabel und sah so aus:

Betragen: Vier

Fleiß: Drei

Religion: Vier - der Ortspfarrer mochte mich überhaupt nicht, denn er hatte mit meinem Vater, dem "Russki", einigen Streit und ich kriegte dies zu spüren und auch oft genug vorgehalten.

Sonst lauter Einser - bis auf Turnen, da war's 'ne Zwei.

Daraufhin meinte meine Mama, dass man sich mit einem "solchen" Zeugnis schämen muss ..... und mit "Singen" war's nix!

Damit auch nichts mit der Möglichkeit Matura (Abitur) zu machen, was sich - um es vorweg schon zu erwähnen - beim Bundesheer dahingehend nachteilig auswirkte, als dass die Offizierslaufbahn nicht möglich war.

Nun, das nächste Gymnasium wäre - 11 Kilometer entfernt - in Rohrbach gewesen, doch auch daraus wurde nichts, denn ich hatte ja noch zwei jüngere Brüder, Franz und Christian, und Papa war auch nicht gerade bei den "Gut Verdienern", zudem Berufspendler. Und auch auch meine Schwester Veronika hatte sich für August angekündigt, um bei uns Kindern ein Quartett zu vervollständigen.

Also blieb nur die Hauptschule im nur zwei Kilometer entfernten Neufelden. Drei der vier Klassen waren in drei verschiedenen Gebäuden untergebracht, was - für uns Schüler - gar nicht "nachteilig" war, weil die Lehrer immer etliche Minuten unterwegs waren.

Nun, das mit dem "Russki" war wohl vorbei, aber ich habe zu den Altenfeldener Mitschülern nicht gerade herzlkiche Kontakte und war deshalb viel für mich allein, was mir überhaupt nichts ausmachte - im Gegenteil: ich war ganz froh darüber.

Nun, die Schule lief "rund" und ich hatte die Hausaufgaben schnell erledigt gehabt. Doch lieber wäre ich im Gymnasium gewesen!

Irgendwie entwickelte sich in mir eine Art "Reisefreudigkeit" und so war ich hin und wieder unterwegs - auch schon mal statt in die Schule zu gehen. Bereits in Altenfelden war ich viel mit meinem Tretroller unterwegs - bis Rohrbach ..... und die Busfahrer kannten mich schon und nahmen mich dann wieder mit nach Hause - als Fahrgast mit "Freiticket".

Und dann habe ich mir - statt Schule - zwei "Reisen" geleistet:

Die erste ging im Winter nach Solbad Hall, wo ich einen Brieffreund Manfred besuchen wollte, den ich vom Schiff her kannte, mit dem ich mit meiner Oma oft nach Wien gefahren bin, weil Ihr Bruder auf dem Donaudampfer "Schönbrunn" Bootsmann war.

Natürlich hatte ich keine Fahrkarte, was aber nicht auffiel, als dass ich in einen Waggon des Nachtschnellzuges nach Innsbruck von Soldaten eingeladen wurde. Wir hatten sehr viel Spaß!

Nun, Manfred und seine Familie waren auf Reisen und so wollte ich eben unverrichteter Dinge wieder zurück fahren. Da fiel mir ein, dass in Bad Gastein die Weltmeisterschaft im Winter Alpin Ski stattfand. Also war dies mein nächstes Ziel.

In Kürze: Der Schaffner traf mich ohne Fahrschein an, sperrte mich in sein Dienstabteil ein und übergab mich in Salzburg der Polizei, die mich wieder nach Hause brachte.

Na ja ein paar Wochen später war's wieder so weit. Ich hatte etliches über Hamburg gelesen und dass dort die großen Schiffe aus aller Welt landen. Warum nicht anheuern? dachte ich und fuhr eines Abends - ohne Reisepass oder Personalausweis mit dem Bus nach Julbach in die Nähe der bayerischen Grenze. Für des Busfahrer war dies Endstation, denn er hatte am nächsten Morgen wieder nach Linz zurück zu fahren.

In Kürze: ein Zimmer kriegte ich natürlich nicht, dafür eine reichhaltige Jause ..... und dann Stand der Gendarm da. Damit war auch diese Reise zu Ende.

Meine Eskapaden waren der Schule nun dennoch zu viel und dem Jugendamt erst recht, denn dieses ordnete an, dass ich in ein Internat kommen solle, und zwar

1958 - 1960  in Gleink in der Stadt Steyr in Oberösterreich, wo ich am 25. April 2017 wieder gelandet bin. 

Nun, was man in letzter Zeit von "Institutonen" wie dieser gelesen und gehört hatte, damals - zumindest zu "meiner" Zeit war absolut nichts.

Nun, in der Schule lief's gut und ich hatte mit dem Schuldirektor Buchstaller ein sehr gutes Verhältnis, denn er liebte klassische Musik und ich auch.

Das Internat war im Prinzip eine Volksschule, doch hatten wir jeweils am Schulahresende eine Prüfung über den Hauptschulstoff abzulegen, der gelehrt wurde.

Einen "Ausreisser" leistete ich mir dennoch - es war ganz am Anfang und ich verließ mit einem Klassenkameraden das Fussballstadtion der "Vorwärts Steyr", wo wir ab und zu waren. Mein Freund kriegte "Bedenken", als wir vorzeitig vom Stadion weg gingen, und kehrte in das Internat zurück. Ich fuhr nach Linz. Und wie es kommen mußte, die Polizei griff mich auf und Direktor Pater Mehl hatte mich am nächsten Tag abzuholen.

Anfangs war unser Gespräch in seinem Büro sehr nett, dann wurde es "Ernst" und ich kriegte doch noch eine gehörige Tracht Prügel, was ich aber tapfer und ohne Tränen durchstand. Danach waren wir wieder wie zuvor. Er trug mir nichts nach und ich ihm auch nicht. Na ja, ein wenig war ich ja doch selbst Schuld.

1960  war's dann Schluß und ich begann in Linz eine kaufmännische Bürolehre, nachdem ich zuvor in der Handelsschule war. Im ersten Jahr war ich noch in einem Lehrlingsheim untergebracht, bis 1961 dann meine Familie nach Linz zog.

Ich hatte eine sehr interessante Lehrzeit. Zunächst in einem Obst- und Gemüse-Großhandel, der jedoch nach einem Jahr den Betrieb an einen Nachfolger übergab.

Dann war ich ein paar Monate in einer Strumpffabrik im Büro, um dann in einem Lebensmittelgroßhandel die Lehrzeit zu beenden.

1965  kam ich dann als Kanzlist zur Österreichischen Bundesbahn in der Brückenmeisterei Linz.

Das ist die nächste Geschichte.

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