Catalina - "Ina"  &  Alfred Nigel Bruckner's

"Mariage-Muddle" / "Ehe-Wirrwarr"

 

23 JUN 1987

Married / Geheiratet  in Quezon City - Philippines -  the Filipina Catalina Custodio from Orion / Bataan - Philippines (1989 Austrian / 1989 Österreicherin)

21 DEC 1995

Divorced / Geschieden  from Catalina - in Landgericht Munich / Bavaria - Germany

29 DEC 2016

The Court in Bacolod rejected a "Recognition" of the Munich Divorce

Das Gericht in Bacolod lehnte eine "Anerkennung" der Münchner Scheidung ab.

 

 


 

C a t a l i n a - München

 

 

When I visited the Philippines in 1987, I met in Orion / Bataan the charming Filipina Catalina, and we married in Quezon City on June 23rd of that year. My wife came with me to Glonn. She learned German very quickly.

Already after two years - in 1989 - Ina was granted Austrian citizenship. This was excellent, because she could easily get visa for the USA, which is very difficult with Filipinas. And so she could have a job at Munich Airport with a large American airline. In 1992 we moved to Landshut - closer to the new Airport in Munich.

 

 

1987 >> bis zum Ausscheiden bei Lufthansa 1993

C a t a l i n a - verheiratet 23. Juni 1987

Nun, ich hatte in meinem Kollegenkreis bei Lufthansa – vornehmlich in der Wartung – einige Kollegen, die mit Filipinas verheiratet waren. Ich selbst kannte keine – ausser Nenita, die bei Karstadt in München die “Kleine Wolke” betreute und wir dadurch ins Gespräch kamen.

 

Sie war mit einem Bayern verheiratet und hatte einen kleinen Sohn. Die Familie lebte in einem netten Haus in der Nähe von Dachau. Und wir kamen somit öfters zusammen, wenn ich bei Karstadt etwas einkaufte oder einfach “nur so” vorbei schaute, um zu plaudern.

 

Und Nenita erzählte mir von ihrer Familie in Orion / Bataan – etwa 150 Kilometer von Manila entfernt, auf der anderen Seite der Bucht von Manila und am Fuße des Mount Samat, auf dem Ferdinand Marcos ein etwa 130 Meter hohes Kreuz errichten ließ, in dessen Querbalken sich eine Aussichtsplattform befindet, von wo man einen herrlichen Rundum-Blick geniesen kann: nach Westen über das Chinesische Meer und nach Osten meist in eine “braune Suppe”, in der Metro Manila sein soll. Im Anflug auf die Philppines könnte man Manila gar nicht verfehlen, denn dort wo's so schmutzing braun ist, das ist das Ziel.

 

Es waren in Orion noch nicht alle Kinder der großen Familie – mitlerweile erwachsen – außer Haus, darunter auch

 

C a t a l i n a

 

von der mir Nenita gerne erzählte ... und das machte mich neugierig auf mehr. So gab sie mir den Tip, ich solle doch auch ihre Familie besuchen, wenn ich es eines Tages schaffen sollte, doch nach Manila zu fliegen, denn das hatte ich ja schon vor, als Lufthansa ab 1975 diese Destination anbot. Ich kam nur nicht dazu ... erst jetzt, nachdem Rosmarie und ich uns getrennt hatten.

 

Damals gab es noch kein Internet und kein Facebook oder Skype ... also konnten eigentlich nur Briefe geschrieben werden, die so ein bis zwei Wochen auf einer Strecke auf dem Weg waren, Es kam dann schon vor, dass sich Briefe unterwegs “kreuzten”.

 

Aber Nenita hatte mich neugierig gemacht ... insbesondere auf ihre jüngere Schwester Catalina, die – wie es der Wunsch oder Traum vieler Filipinas ist – vielleicht gerne einen Münchner kennen kennenlernen wollte, nachdem sie schon einiges von Nenita erfahren hatte und ihr so München und Bayern nicht ganz unbekannt waren.

 

Also, wenn's auch ein Österreicher sein könnte? So schrieb ich an Ina und kriegte prompt eine Antwort: JA ... Nach einigen Briefen rief ich dann mal an ... plauderte mit Ina, die ich von Fotos her schon kannte, Und so flirteten wir schon ganz mächtig, wenn auch umständlich.

 

Und irgendwann kam das Thema auf's “Heiraten”. Denn mich hatte es voll erwischt. Ja, warum nicht? Ina war zwar 18 Jahfre jünger, doch dies ist – bei Filipinas – gar nicht so aussergewöhnlich. Um's kurz zu machen: wir schmiedeten Hochzeitspläne und wurden dabei von einer anderen Schwester unterstützt, die in der Stradtverwaltung von Quezon City beschäftigt war und somit alle Prozeduren bestens kannte ... und auch Vorbereitungen zu treffen in der Lage war.

 

Nun, die wenigen “Papiere”, ich brauchte, hatte ich ... und so stand einem Flug eigentlich nichts im Wege. Gesagt getan. Wir verabredeten uns für das “Interconti” in Makati, damals noch nicht City, dem Geschäftsviertel von Metro Manila, und in dem ich einen hohen Discount gewährt erhielt.

 

Ina und ihre Schwester holten mich am Airport ab und wir fuhren zum Interconti. Und da wurde auch schon mal über eine mögliche Heirat gesprochen und dass diese sogar schnell von statten gehen könne – ganz im Gegensatz zu heute, wo es dermaßen viele “Hürden” gibt, an denen so manche Träume zerschellen.

 

Na ja, und wir hatte auch eine Weile noch Zeit, uns näher kennen zu lernen, bevor's wirklich in das Amt nach Quezon City gehen sollte. So lernte ich “Manila” nicht als “Tourist” kennen, sondern – fast schon – als ein Familienmitglied,

 

Am 23. Juni 1987 war es also so weit: Ina und ich fuhren in die Nachbarstadt Quezon City und wir verließen das Office als Ehepaar.

 

Zuvor hatten wir die Zeit genutzt, um uns (noch besser) kennen zu lernen ... und dabei hatte ich die erste Gelegenheit, über “Land & Leute” nicht nur mehr zu erfahren, sondern auch selbst zu erleben, wie man da oder dort meint, Filipinas zusammen mit Foreigner “ausnehmen” zu können, denn Ina's Reisepass “brauchte” ... und “brauchte” jedesmal noch “etwas” und natürlich “Gebühren”. Dann fuhr ich mit Ina – wir konnten freundlicherweise den Hotel Service nutzen – zur Agentur in Ermita, in der der Reisepass ausgegeben werden sollte – normalerweise eine Angelegenheit von längstens zwei Tagen, aber es waren deren schon mehrere. Und natürlich wollte man erneut “Geld”, bis es mir zu blöd wurde und wir ins Hotel zurück fuhren und ich dem Security-Chef davon erzählte. Sofort nahm er die Sache in die Hand und wir hatten unseren Reisepass – natürlich nicht ohne Groll seitens der belämmerten Mitarbeiter in der Agentur bei der Übergabe!

 

Dann war noch die Verifizierung der Heiratsurkunde bei der deutschen Botschaft. Au waia! Das war – erst mal – nicht möglich, denn die Unterschrift des Standesbeamten in Quezon City war – er ist erst neu in diese Position gekommen – bei der deutschen Botschaft noch nicht registriert. Also zurück und das Amt klärte dies auf dem “kurzen Dienstweg” mit der Botschaft. Und selbstverständlich erhielt ich auf – als Vorrat, auch wenn jedesmal 20 (damals noch) Mark fällig waren – auf mehrere Urkunden die notwendigen Stempel.

 

Und dann – als “Airliner” ist man ja in der Regel nicht gebucht, sondern muss immer warten, ob noch Plätze frei sind – ging's “nach Hause”, nach Glonn: für Ina hatte ich bereits ein Ticket mit ihrem neuen Namen als meine Gattin aus München mitgebracht.

 

Dann allerdings wurde es “spannend”, denn der zuständige Beamte des Ausländeramtes in Ebersberg, mit dem ich vor meiner Abreise über meine Heiratspläne gesprochen hatte, “begrüßte” uns mit der überraschenden Aussgae, dass er Ina – eigentlich – sofort festnehmen müsse, denn Ina hatte ja – Touristen brauchten damals bis 90 Tage keine Visa – kein Visum, jedenfalls nicht das, welches sie haben hätte müssen, und der Zweck ihrer Einreise war ja kein “touristischer”, sondern Ina hätte zur Beantragung einer Aufenhaltserlaubnis ein entsprechendes Visum benötigt, das nur von der Botschaft in Manila ausgestellt werden konnte.

 

Der Schock war aber schnell verflogen, als wir sagten, dass wir sofort am nächsten Tag nach Manila fliegen werden, um diesen “Mangel” zu beheben.

 

Gesagt getan: drei Tage später waren wir wieder vorstellig und mit einem Lächeln und “Guten Wünschen” hatten wir zwei Jahre Aufenthaltserlaubnis.

 

Ina machte sich unverzüglich daran, intensiv Deutsch zu lernen ... und dazu hatte sich praktisch die Gelegenheit im Seniorenheim in Glonn angeboten, das eine Kraft wie Ina gerne einstellte, Und Ina war sehr beliebt bei den Bewohnern.

 

Und dann kam's knüppeldick: bei einer Routineuntersuchung wurde bei Ina TB festgestellt. Damit konnte, ja durfte sie nicht mehr in der Einrichtung tätig sein. Gut, dass wir beide “privat” versichert waren.

 

Professor Dr. Frühwein im Klinikum Großhadern in München nahm sich der Sache an und Ina konnte – das erste Mal – ein Krankenhaus von der “Bettseite” her erleben. In kurz: uns wurde Dr. Villiger in der Thurgauischen Höhenklink in Davos empfohlen, das ja bekannt ist als “Lungenheilort”.

 

Dr. Villiger bestellte Ina stationär ein und in ein paar Wochen war Ina vollkommen genesen. Die TB hatte sie wohl unbemerkt mit sich herumgetragen und die war noch nicht in einem Stadium, das zu größerer Besorgnis Anlass gegeben hätte. Die Zeit nutzte Ina natürlich, um ihr schon – für die kurze Zeit – sehr gutes Deutsch zu verfeinern.

 

Mit Seniorenheim war's dennoch nichts mehr. Doch erhielt Ina bereits 1989 die österreichische Staatsbürgerschaft. Und das war exzellent, denn so konnte sie sich bei einer großen US-Airline auf dem Münchner Airport bewerben und hatte – was sonst bei Filipinas mitunter sehr schwierig und aufwändig ist – im Münchner Konsulat sofort Ihr US-Visum erhalten – quasi auf “Lebenszeit” und man hatte – damals – bei Passwechsel entweder den alten noch dabei oder hat das Visum in den neuen übertragen lassen. Heute ist dies alles total anders. Jedesmal, wenn man in die USA eingereist ist, konnte man für sechs Monat bleiben.

 

Also, Ina war bei bei den Trainings in Dallas .... und auch ich war gelegentlich mit ihr dort.

 

Ina hatte die Gelengenheit, in einem Intensivkurs der Uni Bochum Japanisch zu lernen. Und sie nahm dieses Angebot gerne wahr. Nach ein paar Wochen war sie dann so weit, dass sie bei einer japanischen Familie “Gast” sein konnte, die mit Englisch nicht viel am Hut hatte. Genau ideal, um eine Sprache wirklich anzuwenden.

 

Während sich Ina nach Japan begab, war ich Gast im Badian Island Beach Hotel & Resort, einer sehr schönen Anlage etwa 100 Kilometer südöstlich von Cebu City. Dort hatten wir, nachdem wir's “entdeckten” und wir Airline-Discount erhielten gerne am Ende von Erkundungsreisen durch die Philippines ein paar Tage zum Relaxen kamen gerne nach Badian, bevor wir nach München zurück flogen. Und wir hatten sogar – das ist dort für “Honeymooners” Tradition – auch eine Palme gepflanzt.

 

Und wenn auf dem Airport jemand mit Japanisch-Kenntissen gesucht war, wurde Ina gerne gerufen.

 

So hatten wir ein paar Jahre eigentlich sehr sorglos gelebt. Nun, Kinder wollten wir beide nicht ... und das wäre – meinserseits – auch nicht (mehr) möglich gewesen, denn ich hatte bereits 1972 eine Vasektomie machen lassen, um – damals – meiner Lebebsgerfährtin Rosmarie das Einnehmen der “Pille” zu ersparen, die sie nicht vertragen hatte.

Dann kam das Jahr 1993. Ich hatte zuvor die “Forschungsgruppe Hagen” in Köln kennen gelernt, die für die – damals noch - Deutsche Bundesbahn ein Projekt zur “Reisendenerfassung” durchführte. Und ich durfte dabei sein, um in Zügen Reisende zu zählen oder zu befragen. Und gerne habe ich die “Nachbehandlungen” erledigt, die zu zuvor nicht gemacht wurden. So habe ich – alles in allem in ein paar Monaten – etwa an die 60,000 Kilometer Bahn gefahren – im, zum oder vom “Dienst”.

 

Damals – nach der “Wende” gab es auch noch die Deutsche Reichsbahn. Für die war die “Forschungsgruppe Hagen” mit Sitz in Berlin tätig und so konnte ich die Gelegenheit wahrnehmen, die “Neuen Bundesländer” kennen zu lernen – auf etwa 40,000 Kilometer Bahnfahrten wie in der BRD. Allerdings gab's 20 Prozent weniger “Gehalt”.

 

Und Lufthansa hat 1993 ein “Vorruhestandsmodell” für 50jährige angeboten. Nun, ich war erst 47, aber es war möglich gemacht worden, dass auch für mich eine Regelung gefunden wurde.

 

Also, warum nicht in die Heimat meiner Gattin zu übersiedeln, die ich zwischenzeitlich kennen und lieben gelernt hatte?

 

OK, ich reiste nun öfters in die Philippines – jedesmal mit “Übergepäck”, aber die Kolleginnen und Kollegen am Check-in drückten beim Blick auf die Waage (mehr als nur) ein Auge zu. Und so konnte ich viel selbst transportieren. Die Einreisebehörde in Intramuros in Manila hat mir – fast in “Rekordtempo” – schnellstens meine “Papiere'” erledigt – ohne “under-the-table” und so – und ich hatte den Status “Immigrant”.

 

Die “Begeisterung” hielt sich bei Ina “in Grenzen” ... im Klartext: Ina wollte in München bleiben, wo sie – im Gegensatz zu ihrer Heimat – beruflich allemal bessere Chancen hatte. Nun, mehr als zehn Prozent der Pilipinos lebt in “Übersee” und praktiziert eine so genannte “Long Distance Relationship”. Das wäre auch für uns eine Option gewesen.

 

Doch dann üeberschlugen sich die Ereignisse: ich war damals zwischen Weihnacht und Neujahr im voll ausgebuchten “Badian Island”, wo ich als eine Art “Consultant” quasi “gearbeitet” hatte ... Meine Mutter wurde in Linz von einem rücksichtslos auf einer Gefällestrecke zu schnell fahrenden PKW voll getroffen und dabei getötet.

 

Unverzüglich flog ich nach München, um – mit Ina – zum Begräbnis in Linz zu fahren. Und da merkte ich bereits, dass in unserer Beziehung “die Lauft draussen” war. Ich musste wieder zurück nach Badian und wir hatten doch ein paar Tage (noch) zusammen verbracht.

 

Nun, das war's dann wohl. Für's erste. Denkste!

 

Denn die Geschichte ist hier nicht zu Ende. Aber es ist quasi der “Anfang vom Ende” und ich bin – das nehme ich an dieser Stelle schon mal vorweg – so oder so mit Ina weiterhin nach gegenwärtiger philippischer Rechtslage verheiratet und daran wird sich kaum etwas ändern

 

1994 >> "Immigrant" >> bis heute

C a t a l i n a

Im Januar 1994 hatte ich dann doch ein Erlebnis, das wieder einen neuen “Meilenstein” auf meinem Leben setzte: eines Morgens sah ich einen der Arbeiter an meinem Fenster vorbei gehen mit einem Poster auf dem Rücken “GIVE US OUR MONEY”. Gott sei Dank, es waren um diese Zeit am frühen Morgen nur wenige Gäste in der Anlage. Und ich stürzte wie von der Tarantel gestochen hinaus, um mir den Mann zu schnappen,

 

In kurz: ich erfuhr, dass es öfters zu Vespätungen den – kargen – Lohnzahlungen kam, Und das ist für Filipinios nur sehr schwer zu durchstehen. Also, nachdem ich so manches erfahren hatte, kam es zu einem Gespräch mit dem Besitzer des Resorts, der jedoch kaum Verständnis aufzubringen sich aufraffte – aber ich stand nun “zwischen drinnen” – hier die Belegschaft, dort der Eigentümer ... und der war nicht gerade begeistert, mich auf Seiten der Belegschaft zu finden.

 

Also fuhr ich am Nachmittag in das Stadtbüro von “Badian Island” in Cebu City und quartierte mich – vorläufig – im Continental Hotel ein, wo ich einen Discount hatte.

 

In zeitlicher Reihenfolge würde jetzt die Geschichte kommen:

 

C r i s t y ... und ... L C  T & T

 

Doch dazu habe ich in einem eigenen Kapitel geschreiben

 

1 9 9 4 ... “ Long  Distance  Relationship “

 

aber nur kurze Zeit, denn ...

 

ich war mit Cristy in La Carlota City. Und so kam eines Tages ein Freund vorbei. Nun ich hatte viele Freunde – auch oder insbesondere bei der PNP – Pilipine National Police.

 

Und einer brachte mir eines Tages einen Amtsbrief aus München. In kurz: Ina wollte eine

 

S c h e i d u n g   

 

beantragen und ich solle zu einem Termin nach München kommen. Nun, ich schrieb zurück – Internet gab's noch nicht – per Post, dass ich gerne zu einem “Termin käme”, wenn mir Ina freundlicherweise ein “Ticket” zukommen ließe, das ich auch im Stadtbüro ihrer Airline in Manila abholen könne.

 

Wenn ich mich recht entsinne, es dürfte so im Mai gewesen sein. Nun, im April war ich selbst noch in München, denn ich hatte mit der Kreissparkasse etliches zu erledigen und auch sonst noch zu tun. Und ich musste schnell wieder zurück nach La Carlota.

 

Das Thema "Ehe" kam dann nicht mehr zur Sprache.

 

Das war's dann für mich – auch die “Scheidung” betreffend. Es kam keine weitere Post mehr aus München und ich dachte, die Sache habe sich erledigt.

 

Das nächste Mal, als ich mit Ina quasi “zu tun hatte”, war eine Gerichtssache in München, aber nicht die “Scheidung” betreffend, sondern ein gerichtliches Mahnverfahren! Was mich völlig verblüffte.

 

Die Geschichte ist schnell erzählt:

 

1997 kam ich erst wieder nach München und wurde von Freunden in einem Personal Leasing Unternehmen gebeten, ob ich denn in den Ferien “aushelfen” könne. Ja, ich konnte und war – im Gegenteil – sehr froh und dankbar, in Bayern ein wenig “Taschengeld” zu verdienen. Später wiederholte ich dies und arbeitete zeitweise in München und kriege jedes Jahr die im Vorjahr gezahlte Lohnsteuer wieder vollständig rückerstattet. Bravo!

 

Also, ich wollte den ersten Scheck auf das Postgirokonto einzahlen, das ich jahrelang zuvor hatte. Doch das ging nicht, Es sei – wurde mir erklärt – nicht mehr aktiv. Aha. Und warum? Weiß nicht! Gut ich eröffnete dann – es war ein Scheck der Reuschel Bank – dort ein Konto.

 

Und eines Tages – ich war wieder vorübergehend in München – erhielt ich einen Mahnbescheid. Nanu? Es ging um einen Betrag so um die sechzig Mark, die es damals noch vor dem Euro gab. Und ich legte sofort Widerspruch ein. Und dachte, das war's dann. Denkste!

 

Beinm nächsten Mal in München erhielt ein Schreiben vom Amtsgericht, dass ich eine Stellungnahme abzugeben habe ... und es war ein Gerichtsverfahren anhäng. Also kurz: ich war dann vor Gericht erschienen und das “Rätsel” löste sich:

 

Ina hatte 1994 vom Postgirokonto, auf das sie Vollmacht hatte, so an die zweieinhalb Tausend Mark abgehoben – ein wenig “zu viel” denn damit war – wie hätte ich es wissen können? – das Konto wenig, aber immerhin, “überzogen”. Und irgendwann später hat ein Inkasso-Unternehmen solche Forderungen gesammelt und eingezogen. Aha! Also, die Geschichte ging glimpflich aus. Ich zahlte den Überziehungsbetrag – inklusive Mahn- und Gerichtskosten – so um die 120 Mark. Na ja! Mit “blauem Auge” davon gekommen.

 

Aber Ina blieb weiterhin nicht nur in Erinnerung, denn ich liebte sie immer noch, obwohl wird uns – wenn auch nicht nach philippinischer Rechtslage – getrennt hatten.

 

Das nächste Mal hatte ich wieder mit Ina “zu tun”, als es um die Frage ging, ob meine Ehe nicht doch “annulliert” werden könne. Aber mein Freund und Anwalt, der Stadtatsabgeordnete in Bacolod, Constancio Legaspi der mich in den Bacolod City Host Lions Club eingeladen hatte, konnte mir keine Hoffnung machen, denn es gibt – nach philippinischem Recht nur sehr wenige Gründe eine Ehe zu annullieren. Und einen solchen hatten wir nicht. Also blieb's dabei ... ich war weiterhin – wenn auch nur “auf dem Papier” mit Ina verheiratet. Scheidung gibt es keine in den Philippines. Eine neue Ehe war damit – in den Philippines – nicht (mehr) möglich.

 

Constancio Legaspi hat mich eine Weile später aus einen ganz anderen mieslichen Lage herausgebracht, als ich beinahe richtig im Knast gelandet wäre – ohne ihn.

 

Aber das ist eine andere Geschichte – zu lesen darüber im nächsten Kapitel “Cristy & LCT&T. Schau'n sie sich das an!

 

Erst 2015 kam die Geschichte mit Ina wieder auf's Tablett, nämlich als Betty und ich heiraten wollten, nachdem sie Witwe geworden war. Aber auch das ist ein anderes Kapitel – dort mehr dazu bei “Betty”.

 

Und so reichte mein Freund und Anwalt Caesar Distrito, Stadtrat in Baoolod und Präsident des Bachold City Host Lions Club, einen entsprechenden Antrag beim Gericht in Bacolod City ein, um zu einer “Lösung” des Problems “Ehe” zu kommen.

 

In kurz:

 

Alles in allem “investierte” ich an Honorar, Gerichtskosten, Übersetzungen, Beglaubigungen, etc., so an die 5,000 Euro – etwa eine Viertel Million Philippinische Pesos. Nach etlichen Terminen gab's am 29. Dezember 2016 eine Entscheidung, nämlich, dass man nicht “entscheiden” könne ... und wollte über eine im Ausland zwischen Ausländern getroffene Scheidung nicht befinden und so konnte diese Scheidung nicht “recognized” (anerkannt) werden. Die vormalige Filipina Ina war ab 1989 Österreicherin und ich bin von Geburt an auch Österreicher!

 

Das war's ...

 

mit Heiraten in den Philippines. Sonst wäre es überall möglich, nur nicht in den Philippines, denn da "bin" ich ja verheiratet.

 

Nun, Ina war schon in den Neunzigern nach USA gezogen und ist mittlerweise wieder vereiratet. In den Philippines könnte dies den Tatbestand der "Bigamie" ergeben ... Doch wen kümmert's?

 

Der "Kontakt" zu Ina ist - dennoch - nicht ganz "abgerissen", denn es gab Ende 2016 und Anfang 2017 noch eMails ... und Ina erkundigte sich um den jeweiligen "Stand" des Verfahrens vor Gericht in Bacolod.

 

Vergessen konnte und kann ich Ina nicht, denn dafür habe ich sie viel zu sehr geliebt ... auch wenn bei uns so einiges "schief" gelaufen ist. Aber so ist's eben nun mal im Leben: man wird halt erst im Nachhinein "klug", wenn's zu spät ist! Und dann ist da unser Ehering, den ich immer noch an meinem Finger trage - na ja, vor ein paar Jahren hätten wir "Silberhochzeit" zu feiern gehabt.